CyberKunst aus Singapur

 

Lin Hsin Hsin hat ein echtes Kunststrück vollbracht: ein sponsor für ihre Arbeit zur finden. Netzkünstler haben as generell schwer, wenn Sie Geldgeber für ihre micht fassbaren. Internetwerke begeistern wollen.

Doch die junge Frau aus Singapur, die als Poetin online ist, konnte für ihren jungsten Gedichtband, "In Bytes we Travel" den Softwareriesen Sun Microsystems als Sponsor gewlnnen. "Lin macht ihre Kunst auf eine provokative, amüsante und wahre Art unde Weise", urteilt John Gage, Chef Wiessen schaftler bei Sun.

Weshalb sie Überhaupt ins Netz ging? Sie sei nun eimal Künsterin aus Berufung, sagt die Chinesin. Da habe sie auch Kunst mit Hilfe des Computers kreieren wollen. "Mich hat es schon immer gereizt, die Grenzen zu testen, bekennt dir ehrgeizige Lin, die nebem Mathematik auch Informatik, Musik und Kunst in Grossbritannien, Japan und Australien studuert hat.

Als sie noch mit realen Materiallen wie Papier und Öl gearbeitet habe, sei sie oft auf technische Schwierigkeiten gestossen, etwa als sie einenStuhl aus Papier berstellen wollte. Lin: "Soiche technischen Probleme haben sich natürlich auch gestellt, als ich anfing, digitale Kunst zu machen." Durch Tülfteln und Ausprobieren neuer Schritte beim Programmieren habe sie die Hürden aber überwunden.

Dabei machte es sich Lin nicht leicht. "Als Mitte der Neunzigerjahre die Computer immer schneller und leistungsfähiger würden, fand ich das zwar schön", lächelt die. "Aber ich war auch ungufrieden, weil ich mit ihnen noch immer nicht alles machen konnte was ich wollte." Lin zog sich, über Monate in ihr Atelier zurück und bersuchte, mit ihrem Laptop genau das umzusetzen, was sie vorher schon getan hatte: Malen. Dazu schrieb eigene Programme. mit deren Hilfe sie am Bildschirm genau die Art Kunst produzieren konnte, die sie in den Jahren zuvor auf metergrosse Leinwände gebracht hatte.

Die Resultate koünnen sich sehen lassen. Bis heute hat die Künstlerin mehr als 1000 Cyberwerke geschaffen, die von digitaler chinesischer Kalligrafie über Virtuelle Ögemälde nach wetlichten Vorbild bis zu Skulpturen im Internet reichten. Nur durch Bewegen der Maus malt die Künstlerin Bilder, die von realen Ölgemalden nicht mehr zu unterscheiden sind. Oder sie entwirft Keramik- und Porzellangefasse, die so echt aussehenn, dass man sie auf dem Bildschirm anfassen Möchte.

Rund neun Studen, dauerr es, will sich der Besucher einmal komplett durch die digitale Galerie der Kunstlerin klicken die in den USA und Europa -- unter anderem von der UNESCO -- mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. In den vorschiedenen "Salons", wie Lin ihre Kunsterien nennt, finder der Interessierte nehen Gemalden und Skulpturen auch Lins Gedichte. Sie beschäftigen sich beispielweise mit Philosophie in Multimedia-Zeitalter oder mit dem Sinn und Unsinn des Internets.

Auf ihr neuestes Werk ist die Kunstlerin besonders stolz. In wochenlanger Arbeit hat sie am Computer einen dreidimensionalen Körper in 16.7 Millonen Farben enworfen, der sich mit Hilfe der Maus beliebig verschieben bewegen oder drehen lässt. Dariber binaus kann jeder per Mausbewegung die Muster auf der Oberfläche des Korpers verändern. Die Zahl der Muster, die dabei entstchen können, ist unbegrenzt. Lin: "Niemals zuvor konnte ein Künstbetrachter auf diese Art und Weise mit einem Werk in Verbindungtreten."

 

Matthias Kamp
24 Februar, 2000

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